Intelligenz durch Spiel

„Gut sein ist edel. Aber anderen zeigen, wie gut sie sein sollten, wirkt edler und macht nicht soviel Mühe.“

Die Bridge-Ethik verlangt die Beachtung gewisser Regeln, um allen Bridgefreunden ein Spiel unter optimalen Bedingungen zu gewährleisten. Daher sind Verbote unvermeidbar. Einige sind nur eine Erinnerung an die Regeln der Umgangsformen oder des Anstands. Da sie allen bekannt sind, werden sie nur in Erinnerung gerufen. Andere sind bridgespezifisch und man sollte die Anfänger darüber unbedingt informieren (dies nimmt bei der Lehrerausbildung in Frankreich einen wichtigen Platz ein). Erfahrene Spieler wie auch Anfänger benötigen oft einige Jahre, bis sie sich einen gewissen Stoizismus angeeignet haben (regungslos bleiben, wenn der Dummy ein unerwartetes Blatt aufdeckt...).


  1. Gute Laune. Haben Sie Spaß an der Freude und nehmen Sie alles mit Humor. Lassen Sie sich auf gar keinen Fall zu kleinen Boshaftigkeiten hinreißen.
  2. Ruhe. Niemals sprechen oder mit der Wimper zucken, während jemand anderes nachdenkt. Erst recht nicht beim Reizen, wenn keinerlei Fragen erlaubt sind.
  3. Zügiges Handeln. Handeln Sie zügig, ohne die Situation durch Plaudereien zu belasten. Dann haben Sie mehr Spaß am Spiel, und die Hände ziehen sich nicht ewig hin. Sie sollten Ihr Gebot kennen, bevor Sie an der Reihe sind.
  4. Ratschläge. Geben Sie niemals Ratschläge. Denken Sie einfach nach.
  1. Kiebitze. Kiebitze müssen ruhig auf ihrem Platz bleiben, bis die Hand durchgespielt ist. Sie sind noch strenger an die Anstandsregeln gebunden, als die Spieler. Nicht die kleinste Nachlässigkeit ist erlaubt, wie z. B. einfach aufzustehen, weil einem das Blatt des beobachteten Spielers zu langweilig erscheint. Sie dürfen niemals auf Regelverstöße hinweisen oder spontan einen Spieler korrigieren.
  1. Sportsgeist. Bedenken Sie, dass die anderen das Beste geben, wozu sie in Ihrer Anwesenheit fähig sind. Kein Erwachsener, und erst recht kein Bridge-Spieler würde jemals überhebliche, herabsetzende oder bemitleidende Bemerkungen fallen lassen. Früher oder später werden Gegner oder Partner Sie belohnen, indem sie sich ein Kompliment verdienen. Machen Sie es dann aber auch!
  2. Gewinnen. Ein guter Spieler fühlt sich nach einem Sieg wirklich gut. Ein Kind würde jubeln.
  3. Verlieren. Niederlagen gehen mit einem grimmigen oder heiteren, entschlossenen, hoffnungsfrohen, besorgten oder gelassenen Verhalten einher. Niemals mit Murren oder Nörgeln.
  4. Tatsachen. Wenn zwei sich nicht einig sind, will ein Kind immer Recht haben. Ein Bridge-Spieler wird zustimmen, dass er möglicherweise Recht hatte. Wenn der Turnierleiter entschieden hat, dann lassen Sie Großmut walten. Haken Sie niemals nach.
  5. Frauen. Es gibt keine Frauen beim Bridge. Auch keine Männer. Es gibt nur Bridge-Spieler. Alle haben sich gleichermaßen ethisch zu verhalten. Man achtet sich gegenseitig, aber niemand wird wegen seines Geschlechts bevorzugt.