Intelligenz durch Spiel
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Moin, Moin!

So sagen wir „Fischköppe“ bei uns – übrigens zu jeder Tageszeit. Es hat nichts mit „Guten Morgen!" zu tun, sondern eher mit „Ich wünsch Dir einen schönen, einen guten Tag!“. Und das kann man schließlich den ganzen Tag über.


Ich wurde vor einem halben Jahrhundert in Schleswig-Holstein geboren, in einem kleinen Dorf an der Stör. Mittlerweile verbindet mich mit der Gegend, dem Dorf und auch der dann folgenden Kreisstadt fast nichts mehr – meine Heimat ist dennoch dort oben, aber nur, wo Wasser, richtiges Wasser ist. Ich liebe die Nordsee und vor allem dann, wenn andere fliehen. Also, wenn es richtig regnet, stürmt oder auch schneit. Wenn die Wellen „trecken an den Stand“, wie Lale Andersen schon gesungen hat. Ich liebe es, wenn mir der Wind das Wasser ins Gesicht weht. Deswegen fahre ich wenigstens einmal im Jahr auf eine der Nordseeinseln, um bei langen Spaziergängen am Wasser auszuspannen.

 

Ich habe hier in Berlin bereits studiert, bin dann beruflich nach Hamburg gegangen und schlussendlich doch irgendwann wieder nach Berlin zurückgekehrt. Obwohl ich diese Stadt nie wirklich gemocht habe. Jetzt habe ich mit ihr Frieden geschlossen. Denn aus meinem Fenster schaue ich auf Wasser, und Wasser ist nun mal dort, wo Möwen sind. Wir haben hier zusätzlich noch Fischreiher, Kormorane, Schwäne und diverse andere Wasservögel, zudem Füchse, Igel, viele Hunde, Katzen und andere Vierbeiner, die es zu einem Genuss machen, allabendlich bei einem Spaziergang den Tag Revue passieren zu lassen.

Schon in der Schule – klassisches humanistisches Knabengymnasium – war klar, dass der Weg zum Schreiben und/oder ins Theater führt. Beides hat mich jahrelang begleitet. Ich habe für verschiedene Medien als Journalist gearbeitet, habe jahrelang sehr erfolgreich Sachbücher veröffentlicht und daneben immer wieder für Theater gearbeitet. Aber beides hat mich nicht wirklich ausgefüllt. Mir ging es immer ums Lernen, mehr als ums Ausführen. Wenn sich andere freuten, dass sie etwas erreicht hatten, war ich schon wieder auf dem Weg zum Neuen. Heute bin ich nur noch Theaterbesucher, das aber – wenn irgend möglich – zwei- bis dreimal in der Woche. Wollen Sie richtig gutes Theater sehen, versuchen Sie Karten für den „Onkel Wanja“ im Deutschen Theater oder für „Moby Dick“ im Thalia-Theater Hamburg zu bekommen. Beides unbeschreibliche Theatererlebnisse!

Als ich vor zehn Jahren in einer Quiz-Show ein bisschen Geld gewann, habe ich das Experiment gewagt, das Hobby Bridge zum Beruf zu machen. Ich habe mit dem Geld als Startkapital im Jahre 2000 einen Bridgeclub gegründet, den Bridgeclub Berlin e.V. Es war der erste Bridgeclub im Osten der Stadt. Wir mieteten Räume im Zentrum Berlins  und waren dort einige Jahre sehr erfolgreich. Mittlerweile haben über 2000 Schüler unsere Kurse besucht. Einige spielen heute sehr erfolgreich in den Berliner Clubs, eine sehr talentierte junge Dame sogar auf Europameisterschaften.

Aber es ruft mich eben immer wieder zu neuen Abenteuern. So habe ich das Geschäft irgendwann aufgegeben und mich wieder völlig neuen Aufgaben gewidmet. Doch wer einmal mit Bridge angefangen hat, weiß, dass es schwer ist, dieses faszinierende Spiel wirklich zu lassen. Und so habe ich vor zwei Jahren „nur mal eine Hand“ spielen wollen und siehe da, der Virus Bridge hatte mich sofort wieder gefangen genommen. Es gibt einfach nichts Spannenderes als Hobby. Und da sich die Szene immer noch nicht großartig verändert hatte, habe ich auch schnell wieder mit dem Unterricht begonnen. Und da bin ich jetzt!

An vier Orten über die Stadt verteilt, versuche ich Ihnen ein bisschen von der Emphase, der Leidenschaft, die mich mit diesem Spiel verbindet, zu vermitteln. Und wenn es mir nur ein bisschen gelingen sollte, werden auch Sie bald nicht mehr von diesem Spiel loskommen. Versprochen!

Klaus Maaß